LETZTE AKTUALISIERUNG 05.02.2026
COPYRIGHT 2012-2026 DEUTSCHER DALMATINER VEREIN E.V.
Die lysosomale Speicherkrankheit (LSD) beim Dalmatiner ist eine seltene, erbliche, fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch einen Gendefekt verursacht wird. Symptome treten typischerweise ab einem Alter von etwa 18 Monaten auf und umfassen Verhaltensänderungen, Koordinationsverlust, Schlafstörungen und kognitive Beeinträchtigungen. Sie führt zu einer Ansammlung von Stoffwechselprodukten in den Zellen. URSACHE Eine Mutation im CNP-Gen führt dazu, dass Abfallstoffe in den Zellen (Lysosomen) nicht korrekt abgebaut werden und sich ansammeln. ERGBANG Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass beide Elternteile Träger sein müssen, damit die volle Krankheit beim Welpen ausbricht. SYMPTOME (ab ca. 18 Monaten): Verhaltensänderungen: Angstzustände, Ruhelosigkeit, zielloses Umherwandern (Pacing) oder Kreisen. Kognitiver Verfall: Demenzähnliche Anzeichen und Verlust erlernter Fähigkeiten. Neurologische Ausfälle: Koordinationsverlust (Ataxie), Gleichgewichtsstörungen und Seheinschränkungen. Körperliche Folgen: Unkontrollierter Harn- und Kotabsatz sowie Schlafstörungen. Vererbung: Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt, was bedeutet, dass beide Elternteile Träger sein müssen BESONDERHEIT Auch Hunde, die nur ein defektes Gen tragen (mischerbig/heterozygot), können im hohen Alter (ca. 9–12 Jahre) mildere neurologische Symptome entwickeln. DIAGNOSE & BEHANDLUNG Da die Krankheit unheilbar ist, beschränkt sich die Behandlung auf palliative Maßnahmen, um die Lebensqualität zu erhalten (z. B. Medikamente gegen Unruhe oder Schmerzen). Für Züchter und Besitzer bieten die Labore LABOGEN und FERAGEN einen gezielten Gentest an, um betroffene Tiere oder Träger frühzeitig zu identifizieren und die Krankheit aus der Zuchtlinie auszuschließen. UNTERSCHIED ZU ANDEREN ERKRANKUNGEN Nicht zu verwechseln mit dem "disproportionierten Zwergwuchs" beim Dalmatiner, der eine andere genetische Ursache (PRKG2-Gen) hat. Die LSD ist fortschreitend und führt zu schwerwiegenden neurologischen Beeinträchtigungen, die oft eine Euthanasie erfordern.