LETZTE AKTUALISIERUNG 13.06.2024
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beim Dalmatiner Allergien
Der   Dalmatiner   kommt   in   Bezug   auf   Allergien   immer   wieder   ins   Gespräch,   weshalb   wir   hier   dieses   Thema   einmal   genauer   unter   die   Lupe   nehmen   wollen.   Was   bedeutet   es   für   den Besitzer wenn der Hund eine Allergie besitzt, was sollte man beachten und wann sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen. WAS IST EINE ALLERGIE Eine Allergie ist eine „Fremdreaktion“, eine überschüssige Reaktion des Immunsystems auf einen Umweltstoff (Allergen), welcher normalerweise keine Gefahr birgt. SYMPTOME Symptome einer Allergie können Hautrötungen, Pusteln, Hautschwellungen, Niesen, Entzündungen der Augen oder Ohren, Juckreiz oder auch Durchfall sein. Der Verlauf einer Allergie kann von sehr mild bis zu sehr akut, gar lebensbedrohlich verlaufen. WAS FÜR ALLERGIEN GIBT ES BEIM HUND Wie   auch   bei   uns   Menschen   kann   der   Hund   theoretisch   auf   jegliches   Allergen   in   der   Umwelt   eine   allergische   Reaktion   bekommen.   Die   am   häufigsten   vertretenen   Allergiestoffe   sind   in Futtermittel vorhanden oder in der Umwelt wie Gräser, Pollen, Milben, Flohspeichel etc. WOHER WEIß ICH OB MEIN HUND EINE ALLERGIE HAT Die   Diagnose   „Allergie“   zu   stellen   bringt   einen   sehr   langen   Weg   mit   sich,   denn   hat   der   Hund   einer   der   genannten   Symptome   kann   dies   auch   immer   andere   Ursachen   haben,   zum   Beispiel einen   bakteriellen   oder   viruellen   Infekt   oder   ein   parasitologisches   Geschehen.   Wenn   man   bei   einer   Symptomatik   mit   den   konventionellen   Behandlungen   nicht   weiter   kommt,   schließt   sich oft   der   Verdacht   auf   eine   Allergie.   Um   diesen   Verdacht   zu   bestätigen   gibt   es   Blutuntersuchungen   oder   gar   Hautteste   wie   wir   sie   von   uns   Menschen   kennen.   Bei   der   Blutuntersuchung   gibt es   vom   Labor   zwei   angebotene   Untersuchungen,   die   Untersuchung   auf   Umweltallergene   wie   Gräser/Bäume/Pollen,   zusätzlich   noch   Milben   und   Floh,   wie   auch   die   Untersuchung   auf Futtermittelallergene. Bei dem sogenannten „kutanen Allergietest“ handelt es sich um einen Hauttest wie bei uns Menschen. ALLERGIE AUF GRÄSER/BÄUME/POLLEN + MILBEN UND FLOH Besteht   der   Verdacht   auf   eine   Kontaktdermatitis   ist   es   zu   empfehlen   einen   Allergie-Vortest   zu   machen,   hierbei   wird   dem   Hund   etwas   Blut   abgenommen   und   ins   Labor   geschickt,   welche erstmal   grob   auf   eine   Reaktion   von   Milben,   Flohspeichel,   Gräser,   Bäume   und   Pollen   untersucht.   Ist   dieses   Ergebnis   auf   eines   der   untersuchten   Gruppen   positiv   gibt   es   weitere Blutuntersuchungen   um   zu   erfahren,   auf   welche   Gräserart   etc.   der   Hund   reagiert.   Dies   ist   allerdings   nicht   immer   nötig   untersuchen   zu   lassen,   denn   wenn   die   Symptomatik   immer   zur gleichen   Jahreszeit   auftritt   ist   es   ziemlich   egal   auf   welchen   Baum   der   Hund   jetzt   reagiert,   die   Frage   ist   eher   „was   kann   ich   tun?“   Das   wichtigste   ist   das   Immunsystems   des   Hundes   zu stärken,   zusätzlich   kann   das   Labor   auf   den   Hund   genau   eine   Hypersensibilisierungslösung   herstellen.   Weitere   Informationen   hierzu   später   bei   den   Therapiemaßnahmen.   Eine   weitere Möglichkeit   der   Diagnostik   bei   den   Kontaktallergenen   ist   der   „kutane   Test“,   dieser   wird   empfohlen   wenn   der   Bluttest   nichts   definitives   ergeben   hat,   da   es   natürlich   noch   mehr   auslösende Faktoren gibt. Hierbei   wird   eine   Stelle   auf   einer   Seite   des   Hundes   ins   Fell   rasiert   und   es   werden   Beschriftungen   vorgenommen   wie   wir   es   bei   uns   Menschen   auf   dem   Arm   oder   Rücken   kennen.   Nun wird   das   Allergen   an   den   dazu   markierten   Stellen   unter   die   Haut   gespritzt.   Kommt   es   zu   einer   Reaktion   der   Haut   an   einer   der   Stellen   kann   nun   gesagt   werden   wie   stark   und   ob   der   Hund auf   eines   der   getesteten   Allergene   reagiert.   Da   diese   Prozedur   etwas   Zeit   beansprucht   und   der   Hund   eher   selten   so   ruhig   liegen   bleibt,   wird   er   dafür   ganz   leicht   sediert   und   kann   danach aber wieder problemlos laufen. ALLERGIE AUF FUTTERMITTEL In   Bezug   auf   eine   Futtermittelallergie   ist   es   etwas   schwieriger   dahinter   zu   kommen   auf   was   der   Hund   jetzt   reagiert,   es   gibt   hier   vom   Labor   zwar   auch   einen   Bluttest   aber   von   diesem   kann ich    nur    stark    abraten:    es    ist    ausgeschmissenes    Geld.    Unterschiedliche    Studien    haben    ergeben,    dass    bei    Untersuchungen    des    Bluts    auf    Futtermittel    vom    gleichen    Hund    in unterschiedlichen   Zeitabständen,   immer   etwas   anderes   herauskam.   Das   Geld   sollte   deshalb   lieber   in   einen   hypoallergenen   Futtersack   von   der   Firma   Hills   oder   Royal   Canin   gesteckt werden   und   eine   Eliminationsdiät   über   mindestens   4   –   6   Wochen   gemacht   werden.   Das   Futter   besteht   aus   so   klein   gespaltenen   Proteinen   das   der   Körper   sie   nicht   als   Fremd   anerkennen kann.   Sollte   sich   also   herausstellen   das   in   der   Zeit   von   4   –   6   Wochen,   in   der   ausschließlich   nur   dieses   Futter   und   nichts   anderes   gefüttert   wird,   sich   die   Symptomatik   verbessert   bis   gar ganz verschwindet, ist hier von einer Futtelmittelallergie auszugehen.  THERAPIE Je nachdem welche Allergie der Hund nun hat gibt es verschiedene Maßnahmen dafür zu sorgen, dass er nicht mit diesem Allergen in Kontakt kommt. ALLERGIE AUF FUTTERMILBEN Hier   ist   es   theoretisch   möglich   eine   Hypersensibilisierung   zu   machen,   allerdings   ist   es   viel   wichtiger   das   Hundefutter   vor   den   Milben   zu   schützen.   Man   sollte   lieber   kleinere   Mengen   an Trockenfutter   lagern,   dieses   sollte   auch   nicht   in   eine   Futtertonne   umgefüllt   werden,   sondern   im   Beutel   belassen   und   diesen   immer   wieder   luftdicht   zu   verschließen.   Eine   andere Möglichkeit   ist   es   Dosenfutter   zu   füttern   oder   beim   Barfen   nur   gefrorenes   oder   gekochtes   Fleisch   zu   verwenden.   Wenn   man   diese   Regeln   beachtet   und   der   Hund   dennoch   auf   die Futtermilben reagieren sollte, kann immer noch eine Hypersensibilisierungslösung hergestellt werden. ALLERGIE AUF FLOHSPEICHEL Wie   man   sich   denken   kann   ist   es   hier   das   Wichtigste   den   Hund   vor   den   Flohbissen   zu   schützen,   dies   erfolgt   ganz   einfach   über   Spot-on-Präparate   gegen   Flöhe   welche   in   der   Regel   alle   4 Wochen auf die Haut des Hundes aufgetragen werden müssen. ALLERGIE AUF GRÄSER/BÄUME/POLLEN Hier   bleibt   dem   Besitzer   in   der   Regel   nichts   anderes   übrig   als   eine   Hypersensibilisierung   zu   machen.   Aus   der   Blutinformation   welche   ins   Labor   geschickt   wurde   kann   eine   Lösung hergestellt   werden,   wo   die   Allergene   in   ganz   geringer   Anzahl   vorhanden   sind.   Nun   muss   der   Hund   mit   der   niedrigsten   Dosis   erstmal   täglich   gespritzt   werden.   Die   Dosis   wird   langsam gesteigert.   Wichtig   ist,   dass   der   Hund   immer   reaktionsfrei   bleibt,   gibt   es   eine   Reaktion   auf   die   Injektion   wird   wieder   zur   nächst   kleineren   Dosis   zurückgegangen   wo   es   keine   Reaktion   gab. Die   Abstände   der   Injektion   werden   dann   immer   größer,   sodass   nur   noch   einmal   die   Woche   oder   gar   nur   noch   einmal   im   Monat   gespritzt   werden   muss.   Der   Hund   wird   auf   das   Allergen sensibilisiert so dass es keine Reaktion mehr auf das Allergen gibt. Wichtig für den Besitzer ist, dass dies ein Leben lang erfolgen muss. FUTTERMITTELALLERGIE Bei   der   Futtermittelallergie   sollte   man   wie   schon   beschrieben   die   Finger   von   einem   Bluttest   lassen   und   sich   nicht   darauf   verlassen,   ein   Fallbeispiel   aus   eigener   Erfahrung   folgt.   Ist   durch das   Füttern   eines   „Hypoallergenen   Futters“   über   einen   Zeitraum   von   mindestens   4   –   6   Wochen   die   Symptomatik   verschwunden   stellt   sich   nun   die   Frage,   gegen   welches   Futtermittel   der Hund   allergisch   ist.   Um   dies   herauszubekommen   wird   nun   immer   ein   neues   Futtermittel   hinzugefügt,   bis   wieder   die   Symptomatik   auftritt.   Ich   würde   dies   wöchentlich   machen.   Dies bedeutet:   hypoallergenes   Futter   füttern   und   eine   Woche   dazu   Reis,   gibt   es   keine   Reaktion   kommt   in   der   nächsten   Woche   zum   Beispiel   Rind   dazu   und   so   weiter   und   so   weiter.   Fängt   der Hund   auf   ein   neues   Futtermittel   wieder   mit   der   Symptomatik   an   ist   klar,   dass   dieses   Futtermittel   ein   Allergieauslöser   ist   und   sollte   nicht   mehr   gefüttert   werden.   Diese   Prozedur   ist   sehr langwierig   aber   die   Aussagekräftigste   und   ist   einmal   klar   gegen   was   der   Hund   allergisch   ist   kann   man   auch   wieder   vom   hypoallergenen   Futter   weg   und   ein   Futter   ohne   die allergieauslösenden   Stoffe   benutzen.   Man   sollte   auch   immer   darauf   achten,   dass   der   Hund   nicht   von   Fremden   gefüttert   wird,   denn   nur   ein   Krümel   von   dem   Allergen   führt   wieder   zur sofortigen Symptomatik.