LETZTE AKTUALISIERUNG 13.06.2024
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Prinzipiell   ist   der   Dalmatiner   dafür   bekannt,   ganzjährig   zu   haaren.   Das   ist   sehr   unangenehm,   weil   die   fiesen,   harten   Härchen   sich   in   Polstern   und   Kleidung   verhaken   und   nicht   ganz   einfach herauszubekommen   sind.   Manch   einer   schwört   auf   einen   bestimmtes   Staubsaugerfabrikat,   mancher   rät   Kleidung   durch   den   Wäschetrockner   enthaaren   zu   lassen   und   mancher   robbt   mit dem   Klebeband   durchs   Auto,   um   die   Sitze   haarfrei   zu   bekommen.   Viele   resignieren   auch   und   tragen   keine   dunkle   Kleidung   mehr!   Mancher   Dalmi-Kenner   behauptet   mutig,   daß   nur   das falsche   Futter   schuld   am   Haaren   sei.   Dem   widerspricht   aber,   dass   auf   den   Ausstellungen   die   Ausstellungsringe   der   Dalmatiner   am   Boden   voller   Haare   sind.   Werden   all   diese   Hunde   etwa falsch   ernährt   ?   Dalmatiner   sind   Kurzhaarhunde   ohne   Unterwolle,   deshalb   ist   es   völlig   normal,   daß   sie   immer   ein   wenig   haaren.   Trotzdem   gibt   es   natürlich   Zeiten,   in   denen   auch   ein gesunder Dalmatiner noch mehr haart: · Fellwechsel (Frühjahr und Herbst, bei extremen Wetterumschwung auch mal         zwischendrin möglich) · Hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit Pubertät, Läufigkeit, Geburt oder         Kastration · Futterwechsel Eindeutig krankhaft ist Haaren in Verbindung mit: · Juckreiz · Hautrötungen · Fellverfärbung (Dalmatiner Bronzing Syndrom) · Pickel · kahle Stellen MILBEN Es gibt unterschiedliche Milbensorten, die zu Hautproblemen führen können. Es werden hier nur zwei Milbenarten laienhaft besprochen. Fragen Sie immer Ihren Tierarzt. Weitere Infos und Bilder finden Sie auch, wenn Sie die Begriffe in Suchmaschinen eingeben. · Herbstgrasmilben Eine   saisonal   auftretende   Milbe   ist   die   Herbstgrasmilbe.   Sie   befällt   vor   allem   die   Pfoten   und   verursacht   dort   Juckreiz.   Der   Hund   beginnt   die   Pfoten   zu   lecken   und   zu   nagen.   Durch   die   so selbst   zugefügten   Wunden   kann   es   passieren,   dass   der   Hund   noch   weiter   nagt,   wenn   die   Milbe   längst   weg   ist.   Die   heilenden   Wunden   jucken   weiter   und   so   beißt   der   Hund   immer   wieder   auf. Es   helfen   meist   einfache   Kamillenbäder   nach   dem   Spaziergang   bei   der   Heilung.   Das   Lecken   kann   man   mit   Socken   oder   Trichter   um   den   Hals   verhindern.   Allerdings   sollte   man   auch   bei Herbstgrasmilben vor Behandlung eine tierärztliche Diagnose einholen. · Demodexmilbe Diese   Milbe   kommt   im   Grunde   auf   jedem   Hund   vor.   Wirklich   problematisch   wird   es,   wenn   das   Immunsystem   angeschlagen   ist   und   die   Milben   sich   so   ungehindert   vermehren   können.   Dann kann   die   Milbe   Juckreiz   und   kahle   Stellen   verursachen   und   Bakterien   den   Weg   in   die   Haut   ebnen.   Bei   Welpen   kommt   diese   Erkrankung   vor   wenn   sie   befallen   werden,   bevor   das Imunsystem   sich   wehren   kann.   Der   massive   Befall   ist   oft   vererbbar,   deshalb   sollte   mit   diesen   Hunden   nicht   gezüchtet   werden.   Mit   Spot   Ons   sowie   Waschungen   ist   die   Demodikose   gut   in den Griff zu bekommen und tritt meist nicht wieder auf. HAUTPILZE Hautpilze   können   auch   Tür   für   andere   Erkrankungen   sein.   Auf   Pilz   weißt   es   hin,   wenn   ein   Tier   Haarbruch   hat,   kahle   Stellen   (kreisrund),   Hautrötungen.   Bei   Hefepilzen   riecht   das   Fell   oft seltsam   und   die   Ansätze   der   Krallen   sind   rötlich   verfärbt.   Da   sie   allerdings   in   der   täglichen   Umgebung   vorkommen,   ist   ein   positives   Behandlungsergebnis   oft   nur   von   kurzer   Dauer   und   muss öfters wiederholt werden. ALLERGIEN Das ist ein endloses Thema. Allergien haben viele Ursachen und genauso viele Auswirkungen. Z.B.   reagieren   manche   Hunde   auf   Anti-Flohmittel   mit   Juckreiz   oder   Haarausfall.   (sh.   Nebenwirkungen   auf   dem   Beipackzettel)   Es   gibt   aber   auch   Allergien   gegen   Flohbisse,   wogegen   das Flohschutzmittel   wieder   helfen   kann.   Es   gibt   auch   Kontaktallergien.   So   reagieren   manche   Hunde   auf   Gräserpollen,   manche   auf   Haare,   es   soll   sogar   Hunde   mit   einer   Menschenallergie geben.   Es   gibt   Allergien   gegen   Reinigungsmittel,   Hundeshampoo,...   es   ist   ähnlich   wie   beim   Menschen.   Sehr   "beliebt"   sind   Futtermittelallergien.   Häufig   ist   das   Getreide   der   Allergieauslöser, aber   es   kommen   auch   Allergien   gegen   Fleisch   oder   Reis   vor.   Ein   Hund   kann   gegen   Rind   allergisch   sein,   Lamm   jedoch   vertragen,   es   könnte   aber   auch   umgekehrt   sein.   Deshalb   immer Vorsicht   bei   gut   gemeinten   Ratschlägen   von   Besitzern   anderer   Allergiehunde.   Was   für   den   einen   ideal   ist,   kann   dem   anderen   schwer   schaden.   Manche   Hunde   reagieren   auf   die   Gabe bestimmter   Leckerlies   mit      Ohrenentzündung,   was   wohl   auch   als   Allergie   zu   bezeichnen   wäre.   Die   häufigste   Auswirkung   bei   Futtermittelallergie   ist   jedoch   Rötungen   an   den   Innenseiten   der Oberschenkel, Juckreiz und entsprechendes Lecken bzw. Kratzen. HARNSÄUREPROBLEME Das   ist   nun   wirklich   ein   dalmatinertypisches   Problem,   denn   nur   der   Dalmatiner   hat   wie   Mensch   und   Menschenaffe   ein   Problem   mit   der   Umwandlung   von   Harnsäure   in   Harnstoff.   Natürlich sind   nicht   alle   Dalmatiner   davon   betroffen.   Selbst   betroffene   Dalmatiner   neigen   meist   "nur"   zur   Harnsteinbildung   und   deren   Folgen.   Aber   einzelne   Hunde   versuchen   die   überschüssige   Säure über die Haut zu entsorgen. Das führt dann zu Fellproblemen. HORMONUMSTELLUNG UND STRESS Gerade   Zuchthunde   oder   unkastrierte   Hunde   sind   stetig   von   Hormonumstellungen   betroffen.   Bei   unkastrierten   Rüden   die   nicht   zum   Zuchteinsatz   kommen,   erlebt   man   häufig   die   Umstellung wenn   läufige   Hündinnen   in   der   Nachbarschaft   sind.   Der   Rüde   möchte   nicht   fressen,   ist   nervös   und   aufgeregt   und   steht   unter   permanentem   Stress   solange   die   Hitze   andauert.   Bei   Rüden   die zum   Zuchteinsatz   kommen   erlebt   man   diese   Reaktionen   weniger,   da   der   Rüde   seinen   “Druck”   abbauen   kann   und   sich   der   Stress   in   Grenzen   hält.   Nach   dem   Deckakt   sind   sie   oft   entspannter als   vorher.   Hündinnen   haben   es   da   schon   schwieriger.   Von   anbeginn   der   Hitze   stellt   sich   der   Körper   hormonell   auf   die   Empfängnis   und   die   spätere   Geburt   um.   Während   dieser   Zeit   haaren sie   ebenfalls   vermehrt.   Sind   die   Welpen   ca.   sechs   Wochen   jung   kann   man   der   Hündin   den   Stress   deutlich   ansehen   denn   sie   sieht,   das   Fell   betreffend,   sehr   “licht”   und   “stumpf”   aus.   Eine kleine Vitaminkur sorgt in geringem Maße für Ausgleich sowie hochwertiges Aufbaufutter. VERHALTENSSTÖRUNGEN Manchmal   sind   Verhaltensstörungen   Folgen   von   lange   nicht   behandelten   Erkrankungen.   Der   Hund   hat   sich   einfach   daran   gewöhnt,   ständig   zu   kratzen   oder   zu   lecken   und   tut   das   weiter, obwohl   die   Erkrankung   erfolgreich   behandelt   wurde.   Es   gibt   auch   immer   wieder   Hunde   die   aus   Frust,   Langeweile   oder   Einsamkeit   die   Pfoten   wundlecken   oder   gar   aufbeissen.   Den   ganzen Tag   allein   zu   Hause   und   dann   kurz   mal   gassi   um   den   Block...   das   ist   nichts   für   einen   Dalmatiner.   Wenn   also   SICHER      geklärt   wurde,   dass   weder   Pilz,   noch   Milbe,   noch   Allergie,   bakterielle Hautentzündung   oder   ähnliches   vorliegt,   sollte   man      sich   überlegen   ob   der   Hund   richtig   gehalten   wird.   Viele   Hunde   reagieren   auf   Unterforderung   oder   zu   viel   Alleinsein   nur   mit   Jaulen, Kläffen,   gesteigertem   Schutztrieb,   Unsauberkeit   oder   Zerstörungsdrang   von   Gegenständen.   Manche   aber   zerstören   auch   sich   selbst.   Hat   sich   so   ein   Verhalten   einmal   festgesetzt,   reicht   es nicht   mehr   die   Haltungsbedingungen   zu   verbessern.   Dann   muss   mit   dem   Hund   systematisch   gearbeitet   werden,   damit   er   seine   "Hobbys"   wieder   aufgibt.   Vorbeugen   ist   besser,   deshalb   sollte man   sich   seine   Traumrasse   nicht   nach   dem   Punktekleid   aussuchen   sondern   nach   den   Bedürfnissen   des   Hundes.   Der   Dalmatiner   ist   ein   menschenbezogener   Laufhund   und   möchte   mit seinen   Menschen   leben,   schmusen,   lernen   und   laufen.   Zwingerhaltung   ist   nicht   viel   schlimmer   als   eine   einsame   Unterbringung   in   einem   Hundezimmer.   Wer   glaubt,   er   könne   einen   Hund nicht   anders   halten   weil   er   ja   Geld   verdienen   müsse,   sollte   sich   überlegen   ob   er   überhaupt   einen   Dalmatiner   halten   sollte!   Der   Hund   braucht   Beschäftigung,   Ansprache,   Bewegung   wie   ein Mensch auch und sollte nicht in der Warteschleife des Lebens vergessen werden.
beim Dalmatiner Hautprobleme
Fellprobleme können unter anderem verursacht werden durch: · Milben · Hautpilz · Allergien · Harnsäureprobleme · Hormonstörungen · Verhaltensstörungen